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Inclusive Europe Newsletter. Download the Newsletter here in .doc or scroll down to read it online.
Herausgegeben vom EBU-Büro
58 avenue Bosquet 75007 Paris (France)
Tel: +33 1 47 05 38 20 – Fax: +33 1 47 05 38 21
Email: ebu@euroblind.org
www.euroblind.org
Europa für alle bürgerinnen und bürger, behinderte menschen
in bewegung
EBU Deklaration von Dublin : Ein Europa für alle blinden und
sehbehinderten Bürger, 17. Mai 2009
Ein inklusives Europa für alle : Der Weg vorwärts
Fotos der Konferenz
Diese Newsletter wird mit finanzieller Unterstützung der GD Beschäftigung,
soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der Europäischen Kommission
veröffentlicht und übersetzt.
Dementi : der Inhalt dieses Dokuments steht unter der einzigen
Verantwortung der Verfasser und repräsentiert in keiner Weise die Ansichten
der Europäischen Kommission und ihrer Abteilungen.

Als Teil ihres langjährigen Engagements zur Förderung eines wahrhaft
inklusiven Europas für alle, organisierte die Europäische Blindenunion
zusammen mit Mitgliedern ihres Netzwerkes (Österreich, Italien, Irland,
Malta und Slowakei) eine Konferenz mit dem Namen „Europa für alle
Bürgerinnen und Bürger- Behinderte Menschen in Bewegung“. Diese fand in
Dublin, Irland vom 15. Bis 17. May 2009 statt, mit finanzieller
Unterstützung des Programms der Europäischen Kommission „Europa für
Bürgerinnen und Bürger“. Mit 85 Teilnehmern aus 24 Ländern war die
Teilnehmerschaft wahrhaftig europäisch.
Die Idee einer inklusiven europäischen Bürgerschaft ist heute mehr als je
zuvor Realität, wir können es uns jedoch nicht leisten, uns auszuruhen,
sagte EBU-Präsident Lord Colin Low als er die Möglichkeiten und Drohungen
untersuchte, mit denen Blinde und Sehbehinderte Menschen heutzutage
konfrontiert sind. Die Förderung eines Europas, das auf Menschen
sensibilisiert ist, ist ein zweigleisiger Prozess, da es zugleich einer
pro-aktiven Bürgerbeteiligung und einem angemessenem Lobbying bedarf, um
sicher zu stellen, dass die EU-Politik und -Initiativen die Bestreben der
Schwerbehinderten Menschen mit berücksichtigen.
Die Förderung der zivilen Teilnahme von europäischen Menschen mit
Sehbehinderungen geht Hand in Hand mit einem besseren Verständnis der Art
und Weise, wie die EU funktioniert, und was sie für Schwerbehinderte
Menschen tun kann. Die Konferenz brachte europäisches Fachwissen voran durch
Präsentationen und interaktiven Diskussionen an runden Tischen, die die
Funktionsweisen der EU und die Behindertenbewegung auf europäischer Ebene
untersuchten.
Die Konferenz betonte ebenfalls die Notwendigkeit eines starken Lobbying für
die Behindertenbewegung als Schlüssel zu einer inklusiven Bürgerschaft. Die
Implementierung der UN- Konvention über die Rechte behinderter Menschen und
die vorgeschlagene Richtlinie des Rates für die Implementierung des Prinzips
für gleichberechtigte Behandlung zwischen Personen unabhängig von Religion,
Glaube, Behinderung, Alter oder sexuelle Orientierung wurden von den
Teilnehmern sehr ausgiebig diskutiert. Die Bedeutung der
behindertengerechten Wahl und die Notwendigkeit, Themen der Behinderung in
Wahlprogrammen mit einzubeziehen wurden ebenfalls bei den Diskussionen an
den runden Tischen sehr betont. Informationen und „best practice“ über
zugängliche Wahlverfahren in europäischen Ländern wurden ausgetauscht.
Die Konferenz gipfelte mit der Verabschiedung einer Verfassung, die die
Bedürfnisse und Bestreben der blinden und sehbehinderten Menschen umfasst.
Das Dokument, die sogenannte „Deklaration von Dublin“, wurde einstimmig von
den behinderten Mitgliedern aus ganz Europa befürwortet und ist ein starker
Ausdruck eines wahrhaft inklusiven Europas für alle. Es richtet sich an
europäische und nationale Entscheidungsträger und wird dem neu gewählten
Europäischen Parlament in einer Veranstaltung vorgelegt, dass EBU hofft,
gegen Ende dieses Jahres zu organisieren.
Alle Hauptpräsentationen finden Sie in ihrer Vollständigkeit auf der
Inclusive Europe Webseite.
http://www.inclusiveurope.eu/presentations.htm
Die Schlussrede von Präsident Colin Low finden Sie in dieser Newsletter auf
Seite 7.
Die aus der Konferenz entstandene Dublin Deklaration finden Sie ebenfalls in
dieser Newsletter auf Seite 4.
Weitere Informationen vom EBU-Büro, ebu@euroblind.org, oder auf der
Inclusive Europe Webseite,
http://www.inclusiveurope.eu/
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17. Mai 2009
Die Europäische Blindenunion (EBU) veröffentlicht die folgende Deklaration
an die Entscheidungsträger der Europäischen Union (EU) im Namen von über 10
Millionen blinden und sehbehinderten Menschen in der EU, nach der Konferenz
„Europa für alle Bürger und Bürgerinnen“, die vom 15. bis 17. Mai 2009 in
Dublin, Irland, stattfand, mit Unterstützung vom „Europa für Bürgerinnen und
Bürger“- Programm:
Unser Ziel ist die volle Eingliederung in die Gesellschaft als
gleichberechtigte Bürger. Trotz vieler Fortschritte in den letzten Jahren
haben Entwicklungen in Technologie, Umwelt und Gesetzgebung, wie z. B. in
der Telekommunikation, es oft versäumt, die Bedürfnisse von blinden und
sehbehinderten Menschen zu berücksichtigen.
Schlüsselprinzipien
Blinde und sehbehinderte Menschen haben besondere Bedürfnisse, zum Beispiel
nach Information in zugänglichen Formaten wie Braille, Großschrift und
Audio. Wenn Maßnahmen getroffen werden, um sicher zu stellen, dass Praxis
und Gesetzgebung die Bedürfnisse von behinderten Menschen in Betracht
ziehen, müssen die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen mit
einbezogen werden.
Die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen sollten so weit wie
möglich durch reguläre Dienste gedeckt werden, mit Möglichkeit der
Bereitstellung von Spezialisten für spezialisierte Bedürfnisse.
Die Rechte von blinden und sehbehinderten Menschen sollten durch eine
Kombination von Antidiskriminierungsmaßnahmen und positiven Aktionen
gewährleistet sein. Antidiskriminierung zusammen mit positiven Aktionen
führt zu sozialer Eingliederung.
Gleichberechtigte Beteiligung und Behandlung sollte für Menschen beiderlei
Geschlechtes, alle Rassen und ethnische Abstammungen, alle Altersklassen,
alle Grade der Sehbehinderung und andere Gründe von Diskriminierung gelten.
Um unsere Ziele zu erreichen, verpflichtet sich die EBU zu einer
verbesserten Kooperation mit unseren Partnern in der Zivilgesellschaft.
Wir fordern
1. Das Recht, an EU-Entscheidungsfindungsprozessen in allen Phasen und auf
allen Ebenen teilzunehmen--nichts über uns ohne uns.
2. Die rasche Ratifizierung und Umsetzung der UN Konvention zum Schutz der
Rechte von Menschen mit Behinderungen --die Zukunft kann nicht warten.
3. Die frühzeitige Verabschiedung der Direktive für die gleichberechtigte
Behandlung in allen Lebensbereichen, einschließlich Bildung, Arbeit,
Transport, Gesundheitspflege, Sozialschutz, Sozialdienste, Güter und
Dienstleistungen, bauliche Umgebung, Information, Kommunikation und
Wohnungswesen, --um von Worten zu Taten überzugehen.
4. Ausbildung in inklusiven Einrichtungen, die unsere speziellen
Bildungsbedürfnisse und –wünsche berücksichtigen.
5. Maßnahmen, um der verheerenden Situation ein Ende zu setzen: Drei von
vier blinden und sehbehinderten Menschen sind im arbeitsfähigen Alter
arbeitslos.
6. Einen angemessenen Lebensstandard.
7. Gesetzliche Maßnahmen innerhalb des Binnenmarktes, um sicher zu stellen,
dass alle Güter und Dienstleistungen nach dem „Design für alle“-Prinzip
entworfen und angeboten werden.
8. Zugang zu Informationen, barrierefreien Informations- und
Kommunikationstechnologien, barrierefreiem Internet und allen
EU-Informationen.
9. Den Abbau von Urheberrechtsbeschränkungen - für den Zugang zu Büchern und
Materialien in allen Formaten, auch elektronischen.
10. Das Recht, Braille zu lernen und es zusammen mit anderen modernen
Technologien zu nutzen.
11. Barrierefreie Telekommunikation, einschließlich digitaler Medien, die
mit Audiodeskription funktionieren, zugängliche elektronische Programmführer
und sonstige Bedienungselemente.
12. Zugängliche Wahlprozesse und die Anerkennung des Rechts, bei Wahlen als
Kandidat aufzutreten.
13. Die Beibehaltung von traditioneller Unterscheidung zwischen
Fußgängerbereichen und Verkehr und Warnungshinweisen bei Annäherung des
sogenannten stillen Autos.
14. Die Beibehaltung der kostenlosen Postdienste für blinde und
sehbehinderte Menschen.
Weitere Informationen vom EBU-Büro,
ebu@euroblind.org
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von Lord Colin Low,
Präsident der Europäischen Blindenunion
Es gibt einige Antworten zu der aktuellen Krise in unserem politischen und
sozialen Umfeld, die uns Grund zu Hoffnung geben:
1. Die EU an sich. In einer Welt, die ständig multinationaler wird, brauchen wir multinationale Lösungen für unsere politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Die EU stellt mit Sicherheit in ihrem Zukunftspotential, wenn nicht schon in ihrer jetzigen Gestaltung, eine solche Lösung dar. Dies ist das Grundprinzip der Europäischen Union. Sie mag nicht perfekt sein – wie keine menschliche Organisation. Aber sie weist uns den Weg in die richtige Richtung.
2. Das Abkommen von Lissabon. Dieses Abkommen soll die Entscheidungsfindungsprozesse der Union rationalisieren, ihre Bedeutung auf internationaler Ebene erhöhen und sie an das 21. Jahrhundert anpassen.
3. Wir müssen die Tagesordnung von Lissabon mit ihrem Ziel von 70% Beschäftigung und dem Europäischen Sozialmodell wieder aufgreifen. Auch wenn viele Spannungen Europa auseinanderziehen, unterstreicht die Legitimationskrise der EU die Notwendigkeit, uns um ein soziales Europa und ein Europa für Bürgerinnen und Bürger zu bemühen. Die aktuelle Wirtschaftskrise bedarf auch eher konjunkturbelebender als konjunkturdämpfender Maßnahmen.
4. Diese Konferenz schaffte es zudem, unseren eigene Tagesordnung zu aktualisieren und in einer neuen Deklaration zu erstellen, auf Grundlage der UN Konvention und der lang erwarteten Direktive für gleichberechtigte Behandlung. Diese bieten einen neuen Rahmen für die Festsetzung der Hauptinteressen der Behindertenbewegung in Bezug auf Bildung, Arbeit und Lebensstandard. Hinzu kommen unsere spezifischen Interessen hinsichtlich Information, Urheberrechten, Braille und Telekommunikation, einschließlich Fernsehen, Straßen und kostenlose Postdienste.
5. Wir haben ebenfalls unsere Absicht neu bestätigt, in Partnerschaft mit anderen Organisationen, mit denen wir gute Beziehungen pflegen, wie die Europäische Behindertenbewegung und die Soziale Plattform, zusammen zu arbeiten.
6. Die EBU arbeitet heute besser als je zuvor - zusammen mit anderen Organisationen, die an der Arbeit der Verbindungskommission teilnehmen. Diese Arbeitsteilung hat unsere Informationsdatenbank bereichert und die Berechtigung unserer Beiträge erhöht.
7. Aufgrund all dieser Tatsachen betrachten wir die Dublin-Konferenz
zurückblickend als einen Meilenstein in der Entwicklung der EBU, als eine
feste Basis, von der aus wir mit erstarktem Selbstbewusstsein vorwärts
schreiten können.
Weitere Informationen vom EBU-Büro,
ebu@euroblind.org
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Diese Seite enthält 3 Fotos von Programmrednern und Ausschussmitgliedern
in der Konferenz.

Von links nach rechts : Rodolfo Cattani (Präsident der EBU
Verbindungskommission mit der EU); Lord Colin Low (Präsident der
Europäischen Blindenunion); Desmond Kenny (Nationalrat der Blinden von
Irland); Frau Renee Dempsey (Abteilung Justiz, Gleichheit und Rechtsreform
der irischen Regierung).

Von links nach rechts: Rodolfo Cattani (Präsident der EBU
Verbindungskommission mit der EU, Italien); Conny Reuter (Präsident der
Plattform Europäischer Sozialer NROs, Belgien); Arnt Holte (Vizepräsident
der Weltblindenunion); John Patrick Clarke (Europäisches Behindertenforum,
Irland).

Von links nach rechts : Lord Colin Low (Präsident der Europäischen
Blindenunion); Desmond Kenny (Nationalrat der Blinden von Irland).
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